Psychische Störungen ein Tabu? In welchem Jahrhundert leben wir?

Immer wieder fällt mir auf, wie wenig die Menschen über psychische Störungen wissen und wie oft ein seelisches Leiden verschwiegen wird. Nur sehr selten repariert sich die Psyche von alleine. Häufig jedoch, wenn man sie ignoriert, kommen körperliche Leiden hinzu.

„Geh Du vor“, sagte die Seele zum Körper, „auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er auf Dich.“
„Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für Dich haben“,
sagte der Körper zur Seele.

Ulrich Schaffer (*1942), Fotograf und Schriftsteller

Wir wissen heute so viel über Krankheit im Allgemeinen. Niemand würde je anzweifeln, dass ein gebrochenes Bein, eine Erkrankung des Atemtrakts oder andere körperliche Leiden, behandelt und dann auskuriert werden müssen. Wieso sehen wir als Menschheit im Großen und Ganzen also eine Erkrankung der Psyche anders an?

Von viel zu vielen Menschen werden psychische Probleme auch heute noch als Schwäche, überspielte Wehwehchen, Aufmerksamkeit haschen oder Ähnliches gesehen.

Ich bin der Meinung, dass es höchste Zeit ist, dass wir das Tabu um Störungen der Psyche brechen. Um meinen Teil dafür zu tun, habe ich beschlossen, dass ich diesen Blog schreiben möchte. Hierin werde ich Psychoedukation öffentlich zugänglich und vor allem leicht verständlich machen, sodass sie auch Menschen ausserhalb medizinischer Berufe näher gebracht wird

Psycho-was? – Psychoedukation

Psychoedukation ist der Fachbegriff für die Aufklärung psychischer Störungsbilder. Hierunter fallen zum Beispiel Details wie folgende:

  • Was sind die Ursachen für dieses Störungsbild? Ist es rein psychisch bedingt? Spielen die Gene mit rein? Gibt es Auslöser für die Erkrankung?
  • Wie verbreitet ist diese Krankheit? Sind eher wenige Menschen davon betroffen oder ist es ein häufiges Krankheitsbild?
  • Wer ist davon betroffen? Mehr Frauen? Männer? Oder ist es gleichmäßig verteilt?
  • Welche Symptome oder Beschwerden können auftreten?
  • Welche Form der Therapie hat sich bewährt? Wie läuft diese ab?

Und….was soll das bringen?

„Jeder Einzelne ist ein Tropfen, gemeinsam sind wir ein Meer.“ – Ryunosuke Satoro, japanischer Autor

Wenn man nicht weiss, was einem fehlt, kann man sich sehr schnell alleine fühlen. Mit wem soll man darüber reden? Tief in das Gehirn sind unterschiedliche Glaubenssätze eingebrannt. Dies sind Sätze, die wir in unserem Leben gehört und verinnerlicht haben. Viele Menschen haben Gedanken wie:

  • „Das muss ich alleine schaffen!“
  • „Darüber redet man nicht!“
  • „Du wirst verrückt“
  • „Alle anderen schaffen es auch!“
  • „Streng dich mehr an!“
  • „Du bist nicht gut genug!“

Durch eine Psychoedukation kann man nun erfahren, dass man nicht alleine ist. Dass man nicht verrückt wird. Dass man eine Krankheit hat und diese behandeln muss. Vor allem aber erfährt man, dass man lernen kann, mit seiner Psyche zu arbeiten und sie zu unterstützen.

Und wann soll es losgehen?

Ich werde mich nun Stück für Stück an die Aufklärung machen. Den Anfang wird die Depression machen. Ich freue mich darauf, Sie mit auf die faszinierende Reise durch die Psyche zu nehmen.